Was?  Noch nie was von einem DUO 4/1 von SIMSON gehört?

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Bilder aus der ebay Auktion

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Gebaut in der ehemaligen DDR, gedacht für gehbehinderte Menschen, um auch ihnen die Teilnahme am Straßenverkehr zu ermöglichen. An den Umbau eines Trabis auf Handgas, Handbremse und Automatischer Kupplung war aus Kostengründen nicht zu denken. Es sollte eine einfache und praktische Konstruktion sein, die auch einen gewissen Wetterschutz bieten sollte und möglichst aus vorhandenen Teilen gebaut werden.           Die Wahl viel auf eine dreirädrige Konstruktion, bei der so viel wie möglich auf Teile ausder Serienproduktion der bewährten SIMSON Schwalbe KR51/1 S zurückgegriffen wurde. Der bei diesem Modell bereits verbaute Motor mit Kupplungsautomatik bot sich förmlich dazu an. Auch kamen Rahmenteile wie Radschwingen, Räder, Kotflügel, Kettenkasten und Beleuchtung mit dazu. Damit war es möglich, ein halbwegs erschwingliches Gefährt zu bauen, das einem vor Regen schützt, preiswert im Unterhalt und immerhin 55 km/h schnell ist.                       Angetan von dieser einfachen aber robusten Technik, für die man heute noch Ersatzteile zu kleinem Preis bekommt, habe ich dann Anfang 2005 bei dem Auktionshaus ebay zugeschlagen. 3-2-1 meins. Für 500,00 EUR bekam ich den Zuschlag für einen optisch recht ansprechenden DUO 4/1 Baujahr 1970. Ein echter Oldtimer also, der angeblich voll fahrbereit war.                                                              Die Lieferung ex Stuttgart gestaltete sich zum Glück recht einfach. Der Verkäufer wollte ein Auto in Koblenz abholen und so brachte er auf dem Hinweg den DUO auf einem Hänger mit.                              Da das Gefährt nicht versichert war, blieb es bei einer kurzen Probefahrt von der Straße vor unserem Haus bis in unsere Einfahrt vor die Garage, gesteuert durch den Verkäufer. Nach einer kleinen Einweisung und Übergabe der original Papiere musste der Verkäufer auch schon weiter. Zurück blieb der stolze, neue Besitzer, der noch nie in seinem Leben so ein Gefährt gefahren hatte.                                                      Die Elektrik und alle Bedienteile eine fliegende Verdrahtung und ein Verhau aus Baudenzügen. Gas über einen Lenkerdrehgriff, Schalten mit einem weit nach außen liegenden Schaltknüppel und kuppeln mit der Automatik sollte eigentlich kein Problem sein.                                                                  Einzig die Bremsanlage sei etwas gewöhnungsbedürftig, dachte ich. Dort muss man umdenken und am besten alles vergessen, mit dem bis dahin gebremst hat. Wer mit dem DUO zum stehen kommen will, muss den Lenker inklusiv der ganzen Lenksäule nach vorne drücken. Über Hebel und Seilzüge werden dann alle drei Räder mit Trommelbremsen gebremst. (Wenn alles gut geht!)                                                Also, nicht lange gefackelt und ab zum Mopedhändler und ein Versicherungskennzeichen geholt. Das war recht einfach, denn da wird nicht viel gefragt. Nummernschild angeschraubt, Zündschlüssel rein und los……. Äh, auf welche Stellung muss man den Schlüssel drehen, gibt ja immerhin vier davon, ohne viel Bezeichnung. Auch diese Hürde wurde genommen und nach längerem suchen des Leerlaufes, die Kontrolleuchte dafür scheint wohl nicht zu gehen, wieder rechts raus aus dem Gefährt und auf die linke Seite gestellt. Dort befindet sich ein Monsterhebel, der als Ersatz für einen Kickstarter dient. Schnell noch den Kaltstart rein und beherzt den langen Hebel nach unten drücken. Mit einer riesigen blauen Wolke und unter Ohren betäubendem Lärm beginnt das Teil zu leben. Wau…, damit erregt man allein durch den Sound und den Duft schon Aufsehen. Wieder rum auf die rechte Seite und hinterden Lenker gerutscht. Die bange Frage, ob das Gefährt wohl die Steigung unserer Einfahrt zur Straße von alleine schafft? Nach Einlegen des 1. Ganges, drehen am Gasgriff, schreit der 50 ccm Zweitaktmotor auf und der DUO erklimmt die Einfahrt. Doch die mündet direkt aufdie Straße und erst mit einem gewaltigen Druck auf die Lenksäule kommt der DUO wieder zum stehen. Schweißgebadet sitze ich hinter dem Lenker und kaum, dass der erste Passant mit merkwürdig fragendem Blick den Bürgersteig freigemacht hat, geht es raus auf die Straße.      Die erste Ausfahrt gestaltet sich zu einem echten Abenteuer. Nach etwa 10 Minuten und zwei beinahe Unfällen bin ich zurück in der Garage und eins steht fest, nie wieder DUO fahren im Hauptverkehr! Das ist der reinste Selbstmord. So was sollte man tunlichst auf ruhige Zeiten im Straßenverkehr verlegen. (Am besten nur Sonntags, oder an Autofreien Smogtagen ;-)                                                              Durch dieses einmalige Erlebnis ernüchtert, machte ich mich auf, von diesem „fahrbereiten“ DUO eine Mängelliste zu erstellen, die vor einem weiterem Fahrversuch auf öffentlichen Straßen abgearbeitet werden musste.           1. Die so tollen Zusatzblinker rechts/links mit Rückspiegel vibrieren wie ein Lämmerschwanz und eine Blick nach      Hinten ist fast unmöglich, zusätzlich ist der Stromverbrauch zu hoch, so das das Blinker Relay fast einschläft. Da    müssen richtige Spiegel her, mit dehnen man auch was sieht. (Ist überlebenswichtig)                       2. Die Lenkung flattert so stark, dass nur geballte Kraft in den Oberarmen den DUO auf der Straße halten.       3. Die Bremsen sind ein Witz. Müssen völlig überholt und eingestellt werden.                             4. Leider springen die Gänge manchmal raus, was mit einem sehr unschönen Geräusch verbunden ist.            5. Ein Teil der Elektrik ist eine reine Katastrophe.                                                   Aber was solls, ist halt ein Oldtimer mit ungewissen 35 Jahren Vergangenheit. Da gibt es viel zu tun, packen wir´s an.

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Juli 2005

Nach einer genauen Befundaufnahme über die Mängel meines DUO´s, habe ich mich für eine komplette Sanierung entschlossen. Als erstes wurde das Verdeck, die Sitzbank und alle hinteren Blechteile entfernt, so das der Rahmen frei zugänglich ist. Dann habe ich mit dem rechten Hinterrad und der Schwinge angefangen. Schwingenlager, Stoßdämpfer und die komplette Bremse mit Bremsbacken erneuert. Der Rahmen wird gleich immer stückweise entrostet und frisch gestrichen. Um den Motor und die Automatik besser kennen zu lernen, habe ich mir bei Ebay noch einen Motor besorgt und mit zum Teil selbst angefertigtem Spezialwerkzeug zerlegt, gereinigt und wieder zusammengebaut.

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Die Automatikkupplung ist wesentlich komplizierter aufgebaut als die Handkupplung.

 

April 2006

Nach dem der DUO wieder fahrbereit ist, habe ich mich entschlossen, ihn zu verkaufen. Bei dem immer mehr zunehmenden Verkehr in unserer Stadt, macht es einfach keinen Spass mehr ihn zu fahren. Keiner hat mehr Zeit und mit 55 km/h ist er halt doch etwas langsam. Ein DUO gehört in eine beschauliche, ländliche Gegend, da kann man man noch mit Genuss unterwegs sein. Also wurde er kurzerhand wieder in Ebay eingestellt.

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Wir wünschen dem Käufer viel Spass damit und gute Fahrt.

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